Geheimnisse der Jillaroos – Magie und Tradition

Geheimnisse der JillaroosDie Geheimnisse der Jillaroos sind selbst für andere Thoraner kaum durchschaubar. Fernab der Gemeinschaft auf der Flussinsel, leben die Jillaroos inmitten der Talath Udwend. In einer Oase, die durch einen unterirdischen Zufluss des Sneenfoedt gespeist wird, züchten sie Pferde und Rinder. Auch nach vielen Generationen sind sie noch eng mit den Traditionen der australischen Ureinwohner verbunden.

Songlines

Das Wort tjukurrpa aus der Sprache der Pitjantjatjara bedeutet wie viele voneinander abweichende Wörter der verschiedenen Sprachen der Aboriginesstämme in Australien das Gleiche und wird mit „Traumzeit“ übersetzt. Mit Träumen hat es aber nicht das geringste zu tun!

Vereinfacht gesagt bezeichnet Traumzeit vielmehr die kollektive Fähigkeit, die spirituelle, natürliche und moralische Ordnung des Kosmos zu verstehen und zu nutzen. Für die Aborigines ist die Schöpfung eine heilige, fortdauernde Realität. Sie besitzen das Land auf dem sie leben nicht, sondern nutzen es, ohne es zu verändern, denn es wird ja gerade erst erschaffen. Ihre Verbindung zu ihrer Heimat ist jedoch tiefer, als wir es von anderen Völkern kennen.

Die sogenannten Songlines (Traumpfade) gibt es in drei Versionen. Eine einfache für Kinder, eine anspruchsvolle für Erwachsene und eine mit den heiligen, magischen Orten für die „Clever Men“, die weisen Alten. Songlines deshalb, weil sie nie aufgeschrieben und immer nur in Form von Gesang weitergegeben werden.

Im Alter von dreizehn Jahren wandert ein Aborigines erstmals seinen Traumpfad entlang. Dieses als Walkabout bezeichnete Umherziehen ist eine Initiation, die ihm oder ihr die Möglichkeit gibt, den Traumpfad mit der Realität zu vergleichen. Solch ein Walkabout kann sich über mehrere hundert Kilometer erstrecken. Dabei wird die Verbundenheit mit dem Land gestärkt, weit über das hinaus, was wir unter Heimatgefühl verstehen.

Die Veränderungen der Landschaft durch weiße Siedler führte zu einem dramatischen Anstieg der Selbstmordrate unter den Aborigines, weil ihre Traumpfade nicht mehr mit der erlebten Umgebung in Einklang zu bringen waren und sie dadurch jeglichen Halt verloren.

Geheimnisse der Jillaroos

Die Sage von Alinta

Im Folgenden beschreibe ich eine Legende, für die es keinerlei greifbare Beweise gibt, auch nicht auf Utgard. Ich glaube jedoch fest daran. Sie erklärt so vieles und macht vergangene und gegenwärtige Ereignisse erst so richtig „rund“.

Alinta fand sich in Thor Steen in einer Situation wieder, die man in ihrer schlimmsten Bedeutung als „Entwurzelt“ bezeichnen kann. Der Wechsel in die Talath Udwend brachte auch nicht viel und so hatte sie nur Miran’s Liebe, an die sie sich klammern konnte. Die Walküren hatten Mitleid und schufen für sie in der Talath Udwend eine Realität, die mit ihrer Heimat und ihren Songlines identisch war. Gleichzeitig richteten sie es so ein, dass jeder Walkabout Alinta ein klein wenig mehr mit der Realität von Utgard verband.

Alintas Töchter hatten es nicht viel einfacher. Vermutlich aufgrund des genetischen Gedächtnisses waren ihre Songlines auch immer noch mit Midgard verbunden. Hier wendeten die Walküren aber einen besonders cleveren Trick an. Sie verbanden für jede Tochter die magischen Wegpunkte ihres Traumpfades mit der Magie einer Rune und die wiederum mit einem magischen Wegpunkt auf Utgard. Vierundzwanzig Töchter, vierundzwanzig Runen. Schon die Enkelinnen von Alinta sind fest in Utgard verwurzelt.

Das Ganze hatte jedoch eine unerwartete Nebenwirkung. Oder vielleicht war es auch von Anfang an so geplant. Wie auch immer, die von den Walküren für Alinta erschaffene Realität war nicht künstlich. Sie war eher eine Art Spiegel der Realität von Alintas Heimat auf Midgard und mit dieser magisch verbunden. Die zusätzliche Verknüpfung der Wegpunkte mit Runen öffnete vierundzwanzig Portale, durch die die Jillaroos nach Belieben zwischen Utgard und Mitgard hin und her reisen können.

Geheimnisse der Jillaroos

Soweit zu der Legende oder wenn man will, zu den Gerüchten.

Für mich ergibt das durchaus Sinn. Die Mauer der „Festung Midgard“ wurde durchbrochen. Schon vor Jahrzehnten, vielleicht vor Jahrhunderten. Der Prozess, Midgard gleichberechtigt in den Kreis der neun Welten aufzunehmen, läuft bereits. Vielleicht (vermutlich) haben die Jillaroos bereits Clans und Stämme der Thoraner auf Midgard gebildet.


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„Geheimnisse der Jillaroos“:
Bild 1: Uluru rocks in Australien, vom Urheber weltweit als gemeinfrei veröffentlicht.
Bild 2: Felsmalerei der australischen Aborigines von „The Rainbow Serpent“, Foto von Mark O’Neil auf www.DigitalTribes.com | © CC-by_SA 3.0