Die einsamen Wächter – Reisen zwischen den Welten

Die einsamen WächterVon Utgard aus gibt es Portale zu allen neun Welten. Sie können durch Runenmagie geöffnet werden und schließen sich nach kurzer Zeit selbsttätig wieder. Hindurchzugehen ist jedoch nicht ganz ungefährlich, denn manche Portale werden von den „lonely Guardians“ oder auch „Watchman“ beschützt. Die einsamen Wächter sind Runengelehrte, Schamanen, Krieger oder Seidrmänner und -frauen, die an den Zielpunkten vieler Portale leben.

Portale

Portale zwischen den Welten können im Normalfall nicht von nur einer Seite geöffnet werden. Man muss „anklopfen“ und dann macht jemand von der anderen Seite her auf. Das sind die einsamen Wächter. Nun sollte man einen Watchman aber nicht mit einem Portier verwechseln. Die einsamen Wächter beherrschen ziemlich fiese Tricks um die Portale zu schützen.

Die Portale sind so angelegt, dass auch mehrere Personen sie gemeinsam durchqueren können. Geht man aber erst einmal hinein, kann man nur auf der anderen Seite wieder herauskommen. Umdrehen und zurück gehen ist nicht möglich. Heraus kommt man immer erst dann, wenn die Person vor einem das Portal verlassen hat. Also immer schön einer nach dem anderen. Wollte also eine ganze Invasionsarmee ein Portal durchschreiten bräuchte der Watchmen nur den ersten, der das Portal verlässt, zurück schubsen. Ob er das mit Runenmagie macht oder ein dressiertes Zwergnashorn schubsen lässt, ist dabei egal. Es kommt zu einer Art „flash over“, so, als würde man einen Gartenschlauch mit dem Daumen zuhalten. Gibt man dann wieder etwas nach, spritzt das Wasser in unvorhersehbarer Richtung neben dem Daumen aus dem Schlauch.

Viele Portale sind auf Klippen und an Berghängen angelegt. Wenn also eine Kompanie Soldaten aus dem Portal geschossen kommt wie das Wasser aus dem Gartenschlauch und drei Schritte weiter ist ein hundert Meter tiefer Abgrund, hat sich das mit der Invasion erledigt.

Die einsamen Wächter schützen jedoch nicht nur Portale. Gerade auf Utgard gibt es noch einige Plätze, zu denen der Zutritt verwehrt oder eingeschränkt ist. Am Eingang zum Tolsjele gab es früher auch einen Wächter. Er ist jedoch verschwunden, sein Schicksal ist ungewiss.

Der Zaubersänger

Parlan Hunslam (der Zaubersänger) ist ein Seidrmann der in Muspellsheim lebt und dort den Ausgang des Portals von Utgard bewacht. Seinen Namen trägt er, weil er Magie singen kann.

Parlan ist ein spindeldürres Kerlchen, dass ständig über irgendetwas klagt. Meist sind es seine alten Knochen oder der Ischias oder das Rheuma. Auch das Wetter ist ein beliebtes Thema, denn das „spürt er in seinen alten Knochen“. Und dann sind da noch die Gelenke und erst der Rücken und überhaupt. Glauben muss man das nicht unbedingt. Wenn Parlan sich langweilt geht er gerne in die Berge klettern und verursacht dann bei den Bergziegen Depressionen.

Die wenigen Alben, die nach Midgard reisen dürfen, müssen sich an strenge Regeln halten. Es ist beispielsweise verboten, irgendwelche Dinge aus Midgard mitzubringen. So wirklich hält sich aber niemand daran. Wenn schon nichts anderes, dann stopft man sich wenigstens die Taschen mit billigen Bandanas voll um sie dann Parlan zu schenken. Der trägt ständig ein Bandana um den Kopf oder bindet sich die Haare damit zusammen. Meist knotet er dann ein paar Haare mit ein und jammert endlos, weil es ziept.

Die einsamen Wächter

Das Portal öffnet sich in Muspellsheim auf einer großen Steinplatte. Einen Abgrund oder ähnliches gibt es dort nicht. Auf der Steinplatte befindet sich eine Reihe dunkler Flecken, nicht größer als ein Fingernagel. Nach Lorins Meinung sind das die Personen, die das Portal unberechtigt durchschritten haben.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das ständige Gejammer und der Spleen mit den Bandanas nur Show sind. Parlan spielt den kauzigen kleinen Kerl und verschleiert damit, dass er vielleicht einer der gefährlichsten Menschen in den neun Welten ist. Ich mag ihn!

Welcher Rasse Parlan angehört und wie alt er ist, weiß niemand. Laut Lorin hat eine Feuerriesin mal behauptet, dass ihr Großvater mit ihm befreundet war und sie oft gemeinsam zum Klettern unterwegs waren. Aber das wäre schon so um die zweihundert Jahre her und ihr Großvater wäre ja inzwischen auch lange nicht mehr am Leben. Wahrheitsgehalt ungewiss.
 


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Bild von Ray Shrewsberry auf Pixabay