Taekhan – Werkzeug runischer Heiler

TaekhanMit einem Taekhan übertragen wir die Heilenergie einer oder mehrerer Runen direkt auf den Patienten. Die Heilarbeit beginnt hier schon bei den Vorbereitungen, in denen der Heiler sich Gedanken über den Patienten macht, den Taekhan anfertigt und die Energie durch die entsprechenden Runen in sich aufnimmt, um sie dann bei der Behandlung an seinen Schützling weiter zu geben.

Material

Für einen Taekhan sucht man sich ein Stück Holz (am besten ohne Äste und Astlöcher), dessen Länge und Durchmesser etwas mehr als die der eigenen Handfläche entspricht. Wenn das Holz noch frisch ist, sägt man lieber ein längeres Stück ab und lässt es richtig gut trocknen, bevor man es auf die doppelte Länge des Durchmessers stutzt. Der fertige Taekhan darf keine Trocknungsrisse haben! Je nach Holz kann das Trocknen bei dieser Holzstärke mehrere Monate oder auch mal ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen. Ein runischer Heiler legt sich also am besten in der Ruhephase der Bäume einen ordentlichen Holzvorrat an, damit er für verschiedene Anwendungen die freie Auswahl hat.

Wer möchte kann passende Mulden für die einzelnen Finger in das Holz einarbeiten. Der Taekhan muss sorgfältig gearbeitet und sehr glatt geschliffen werden, wir arbeiten mit der glatten Unterseite direkt auf der Haut des Patienten. Sämtliche Ecken und Kanten des Taekhan werden abgerundet, sodass auch die Kontaktfläche nicht ganz eben, sondern etwas ballig wird. Mit zunehmender Erfahrung des Heilers können auch Bernstein und Heilsteine in das Holz eingearbeitet werden. Möchte man sie nicht nur hinein klemmen, kommen Birkenpech oder ein Resin-Bernsteinpulver-Gemisch als Klebstoff in Frage.

Skarja

Die Oberseite des Taekhan, auf der die Handfläche des Heilers aufliegt, wird etwas eben geschliffen. Hier wird die Skarja geritzt – die Binderune die der Heiler für die Behandlung ermittelt. Zu beachten gilt: Legt man das Holz mit der flachen Seite auf den Tisch, verläuft seine Maserung parallel zum Tisch. Die „Wurzel“ des Holzes zeigt zum Handballen des Heilers, der „Wipfel“ des Holzes zeigt zu den Fingerspitzen. Die Skarja wird entsprechend richtig herum auf die Oberseite des Taekhan geritzt.

Weihe

Die Weihe eines Taekhan kann wie die traditionelle Weihe der Runenstäbe rituell durchgeführt werden, beschränkt den Taekhan damit aber ebenfalls auf die in der Weihe festgelegte Einsatzmöglichkeit. Für einen fortgeschrittenen runischen Heiler ist daher die Gebrauchsweihe eher empfehlenswert. Der Heiler wächst mit seinem Werkzeug, verbindet sich schon beim Ritzen mit der Skarja und aktiviert die Rune durch die Benutzung und sein Können. Heiler und Taekhan wachsen durch die gemeinsam gesammelte Erfahrung. Blut, wie es von Runern zum Binden genutzt wird, hat auf einem Taekhan jedoch nichts verloren.
 


Bild: Entstehung eines Meltan © Rewa Kasor