Geeignetes und ungeeignetes Material für Runen

Material für RunenNicht jedes verwendbare Material für Runen ist gleichermaßen geeignet. Runen reagieren auf verschiedenen Materialien sehr unterschiedlich. Grundsätzlich gibt es drei Gruppen von Materialien, die man sinnvoll für Runenmagie einsetzen kann.

1. Gruppe: Organische Materialien (Holz, Knochen, Geweih) oder solche organischen Ursprungs (Bernstein).
Diese Materialien werden verwendet, um die Wirkung einer Rune gezielt auf eine Person, Personengruppe, einen Gegenstand oder Ort zu richten. Die Kraft der Runen wirkt mit dem und durch das Material.

2. Gruppe: Gestein und Mineral
Die Materialien dieser Gruppe dienen dazu, die Wirkung gebündelt, wie das Licht einer Taschenlampe abzusenden. Die Kraft der Runen wirkt vom Material weg.

3. Gruppe: Metalle
Hier wirkt die Kraft der Runen auf das Material.

Bastelbeton, Keramik, Knete, Glas, Plastik und was sich Geschäftemacher noch so ausdenken um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, sind nicht geeignet! Das bedeutet nicht, dass man sie nicht verwenden kann. Die Kraft der Runen ist so unfassbar groß, was auch immer ihnen ein Runer als „Körper“ zuordnet, sie nutzen es. Es macht nur eben nicht alles Sinn, was machbar ist.

Strom fließt in unseren Häusern durch Kupferleitungen. Man könnte auch dünne Schläuche mit Wasser darin verlegen. Auch dadurch würde Strom fließen, das ist machbar. Aber eben nicht sinnvoll.

Holz

Holz ist das ursprünglichste Material für Runen. Kambium, Bast und Borke sind für unsere Zwecke ungeeignet. Das Splintholz bildet die Nährstoffleitung des Baumes von den kleinsten Wurzeln bis in den Kronenraum. Da es relativ viel Wasser speichert, muss es sehr gründlich getrocknet werden. Feuchtes Holz leistet der Pilzbildung Vorschub und es können später Risse entstehen. Werden kleinere Zweige verwendet, so bestehen diese fast vollständig aus Splintholz. Zweige sollten daher vor der Verarbeitung im Stück getrocknet werden. Kleinere Holzstücke bekommen leichter Trocknungsrisse. Siehe dazu auch Runen in Holz ritzen

Kernholz ist für unsere Zwecke am besten geeignet. Es enthält phenolische Inhaltsstoffe, die die Zellwände imprägnieren und dadurch die Dauerhaftigkeit des Holzes erhöhen. Meist sind diese Inhaltsstoffe auch farbig, dadurch ist die Unterscheidung von Kern- und Splintholz recht einfach. Frisches Holz lässt sich erheblich leichter bearbeiten als getrocknetes Holz. Davon sollte man sich jedoch nicht verleiten lassen! Man fertigt sich einen wunderschönen Rohling, ritzt die Rune, weiht und bindet sie und dann bekommt das Holz Trocknungsrisse und leitet die Energie nicht mehr so gut. Besser, man macht es gleich ordentlich und verwendet nur trockenes Holz.

In unseren Breiten gibt es vier klimatisch bedingte Wachstumsphasen:

  • Die Ruhephase von November bis Februar.
  • Die Mobilisierungsphase von März bis April.
  • Die Wachstumsphase von Mai bis Juli.
  • Die Depositionsphase von August bis Oktober.

Holz sollte bevorzugt in der Ruhephase gesammelt werden. Es sind dabei jedoch unbedingt die örtlichen Vorschriften zu beachten. Informationen, was man wo sammeln darf und was es eventuell kostet, bekommt man beim zuständigen Forstamt. Für Holz spricht, dass es sich relativ gut bearbeiten lässt, Energie hervorragend leitet und durch Feuer vernichtet werden kann. Dazu sieht es auch noch recht ansprechend aus.

Material für Runen

Bernstein

Als Bernstein werden alle feste Partikel bildenden fossilen Harze bezeichnet. Es sind weltweit mehr als 80 Bernsteinarten bekannt, viele davon sind jedoch nur in kleineren Mengen vorhanden. Von praktisch jeder Bernsteinart gibt es eine Vielzahl von Varietäten, die insbesondere nach dem Grad der Trübung und Vermischung unterschieden werden.

Von der Bernsteinart Succinit (fälschlich auch als Baltischer oder Ostseebernstein bezeichnet) werden Varietäten insbesondere nach dem Grad der Trübung unterschieden. Charakteristisch sind dabei die fließenden Übergänge und Vermischungen in den einzelnen Stücken.

Es ist unmöglich zu sagen, welche Art oder Varietät für unsere Zwecke „besser“ oder „schlechter“ geeignet ist. Jedes einzelne Stück muss individuell auf seine Verwendbarkeit geprüft werden. Auf ein Stück, bei dem Thurisaz lustlos in der Ecke hockt und „i hob kei Lust“ signalisiert, stürzt sich Laguz vielleicht mit Kenaz-Eifer. Mit etwas Übung kann man an dem Rohstück schon erspüren, wofür es sich besonders gut eignet, mit Sicherheit weiß man es erst beim Glätten.

Horn

Horn, wie man es von den Hörnern von z.B. Schafen, Ziegen und Rindern oder auch von ihren Hufen (auch Pferd, Rotwild, Schwein usw) bekommt, ist ganz hervorragend als Material für Runen geeignet. Es gibt da allerdings einen kleinen Haken: Die Wirkungsrichtung ist völlig unvorhersehbar und ändert sich zudem auch noch sporadisch.

Man stelle sich das so vor: Man hat eine lichtundurchlässige Hohlkugel, in deren Innern ein Licht brennt. Schießt man nun aus einiger Entfernung mit Schrot auf diese Kugel, so kann man nicht vorhersehen, an welchen Stellen Löcher hineingeschossen werden und das Licht austritt. Zudem fängt die Kugel dann auch noch an zu rollen. Wohin das Licht aus den Einschusslöchern dann scheint ist wieder nicht vorhersehbar.

Dennoch sind zwei Anwendungsmöglichkeiten überliefert.

1. Materialkombinationen
Schon ein winziges Stück Horn in Verbindung mit Bernstein und eventuell weiteren Materialien bewirkt eine deutlich spürbare Verstärkung der Energie. Sie wirkt schneller. In Verbindung mit Heilsteinen, die eher langsam und stetig wirken, ist das nicht immer angebracht, das muss von Fall zu Fall abgewogen werden.
Durch die Verbindung mit dem Bernstein bekommt man das Problem der Streuung jedenfalls in den Griff.

2. Streuwirkung
Bei Familientreffen wurden Talismane aus Horn mit Wunjo (Harmonisierung verschiedener Ebenen des Seins und Talisman zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls in einer Gemeinschaft) in die Bäume gehängt. An den Talismanen waren Gänsefedern befestigt, so dass sie sich schon beim leichtesten Windhauch drehten und ihre Wirkung um sich herum „verstreuten“.

Ich habe das mehrmals in einer kleinen Gruppe mit dem Steinkreis kombiniert und kann es nur empfehlen!

Material für Runen

Knochen

Knochen sind sehr gut als Material für Runen geeignet. Im Gegensatz zu Holz ist es bei Knochen egal, in welcher Richtung die Runen geritzt werden. Bei der Vorbereitung des Materials sollte man jedoch sehr gründlich vorgehen.

Knochen bestehen aus vier Schichten:

  • 1. die Knochenhaut (Periost), diese liegt außen am Knochen
  • 2. der Kompakta
  • 3. die Schicht der Spongiosa
  • 4. die innen liegende Knochenhaut (Endost)

Als Trägermaterial für Runen wird nur der Kompakta verwendet, die anderen Schichten müssen vorher entfernt werden. Dazu kann man den Knochen abkochen und die überflüssigen Schichten danach abbürsten bzw. abschleifen. In der warmen Jahreszeit kann man den Knochen auch in einen Drahtkäfig legen (damit ihn Hunde, Katzen oder andere Räuber nicht wegschleppen) und diese Arbeit den Käfern, Würmern und Mikroorganismen überlassen.

In einer schon recht alten Anleitung wird geraten, den Knochen gründlich zu säubern, in passende Stücke zu zerlegen und diese dann so lange im Mund zu behalten, bis sie „rein und glatt“ sind. Na ja, wer`s mag …

Minerale und Gestein

Vorweg: In diese Kategorie fallen nur die Minerale nichtorganischen Ursprungs! Fossile Harze wie Bernstein, aber z.B. auch die zu den Mineralen zählenden Nierensteinbildner Whewellit und Weddellit sind hiervon ausdrücklich ausgenommen. Der Einfachheit halber sprechen wir hier verallgemeinernd von „Steinen“.

Ein Energiefluss wie in organischen Materialien findet in Steinen nicht statt. Egal, woher die Energie kommt, sie wird über der Ebene der Rune gebündelt und (in ihrer Wirkung durch die Rune beeinflusst) abgestrahlt. Sie geht also nicht durch den Stein, wie es bei Bernstein oft so schön zu beobachten ist.

Legt man also einen flachen Stein auf die Erde und ritzt in seine Oberseite eine Rune, so wird die Energie senkrecht nach oben, im rechten Winkel zu der Rune, abgestrahlt. Diesen Effekt kann man sich für verschiedene Anwendungen zunutze machen.

Metall

Man hört und liest oft, dass Runen nicht mit metallenen Werkzeugen geritzt werden dürfen und dass Eisen für Runen schädlich sei, ihre Magie zerstört und ähnliches. Das ist ein Irrtum, dessen Entstehung jedoch recht leicht nachvollziehbar ist.

Bei Metallen ist die Wirkung nämlich genau entgegengesetzt der Wirkung bei Steinen. Steine reflektieren die Energie, Metalle nehmen sie auf. Da die Wirkung bei oberflächlicher Betrachtung nicht zu erkennen ist, kann man leicht zu dem Schluss kommen, dass Metalle die Wirkung verhindern. Tatsächlich muss man schon recht tief in das Wesen der Runen eingetaucht sein, um die Wirkung auf Metalle erkennen zu können.

Dieser Effekt wurde früher genutzt, um Waffen und Rüstungen zu verstärken.
 


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